Mönche Kloster Lage

Unsere Gemeinschaft

Auf Einladung des Bistums Osnabrück haben wir Franziskaner-Minoriten aus der Provinz St. Elisabeth die „Kommende Lage“ als Kloster übernommen. Wir sehen uns als Gäste an einem Ort mit langer Tradition. Diese Tradition wollen wir gerne fortführen – und in unserer franziskanischen Art mit neuem Leben füllen. Ab dem 02. Februar 2021 werden wir mit einer kleinen Gemeinschaft vor Ort sein.

Unsere Brüder in Lage

Br. Bernhardin M. Seither, Jahrgang 1965, ist aktuell noch Guardian unseres Konvents in Köln. Zuvor war er acht Jahre lang als Provinzialminister für die Geschicke unserer Ordensprovinz verantwortlich. Br. Bernhardin, der in seinem ersten Beruf als Krankenpfleger tätig war, ist künftig als Hausoberer für unseren Konvent vorgesehen.

Br. Jesmond Panapparambil, Jahrgang 1973, stammt aus der Indischen Provinz unseres Ordens. In seiner Heimat war er unter anderem als Provinzsekretär in der Provinzleitung tätig. Seit Herbst 2019 lebt er in Deutschland. Im September 2020 hat er seinen Sprachkurs C1 erfolgreich abgeschlossen und bereitet sich nun auf den pastoralen Einsatz im Bistum Osnabrück vor.

Br. Richard Francis Chimfwembe, Jahrgang 1978, gehört zur Provinz in Sambia. Dort legte er im Jahr 2004 seine Profess ab und wurde 2012 zum Priester geweiht. Von 2016 bis 2020 stand er seiner Ordensprovinz als Provinzialminister vor. Er wird voraussichtlich im Januar 2021 nach Deutschland kommen und nach dem Erwerb der deutschen Sprache die Konventsgemeinschaft im Kloster Lage verstärken.

Die Geschichte der Kommende Lage

Die Geschichte der Kommende bzw. des Klosters Lage-Rieste ist eng mit dem im 11. Jahrhundert gegründeten Malteserorden verbunden. Die unter der ursprünglichen Bezeichnung Johanniterorden gegründete Ordensgemeinschaft entwickelte sich mit den Kreuzzügen des Mittelalters zu einem geistlichen Ritterorden, der seit seiner Präsenz auf Malta ab dem Jahr 1530 auch als Malteserorden bekannt ist. Als Kurfürst Joachim II. von Brandenburg sich der lutherischen Kirche anschließt, wird ein Zweig des Malteserordens im Jahr 1538 protestantisch.

Beide Ordensteile, Malteser wie Johanniter, werden während der Säkularisation aufgelöst und enteignet – beiden gelingt aber auch nach einigen Jahren eine Wiederbelebung. Die Malteser zählen heute 13.500 Mitglieder weltweit und kümmern sich vor allem um die caritative Unterstützung von alten und behinderten Menschen, Flüchtlingen und Leprakranken.

Als „Kommende“ wurden in den Ritterorden die Niederlassungen (Konvente) innerhalb einer „Ballei“ (Provinz) bezeichnet. Graf Otto I. von Tecklenburg stellte Mitte des 13. Jahrhundert seinen Hof auf Lage für einen solchen Zweck zur Verfügung. Ab 1260 sind die Johanniter vor Ort urkundlich belegt. Bis zum Jahr 1341 steigt die Zahl der auf Lage lebenden Mitglieder auf 45 an. Zahlreiche Besitzungen im Umland gewährleisten die wirtschaftliche Existenz der Gemeinschaft, die bald die Zeit ihrer Blüte erreicht.

Kloster Lage im 14. Jahrhundert

Das 14. Jahrhundert markiert den Beginn der Wallfahrt zum „Lager Kreuz“ – aber auch einen folgenträchtigen Überfall im Jahr 1384, von dem sich die Kommende nur mühsam erholen wird. Der Osnabrücker Fürstbischof Dietrich von Horne, der von 1376 bis 1402 amtiert, verlangt hohe Abgaben, die man sich zu zahlen weigert. Daraufhin lässt er die Gebäude verwüsten, was er später vermutlich bitter bereut: Denn nach einem langen Streit muss er schließlich für sein unrechtmäßiges Handeln den Schaden erstatten. Trotzdem kann die neue Kirche erst 1426 geweiht werden. 1491 sind dann nur noch 6 Mitglieder des Malteserordens in der Kommende.

Nach der Reformation stellen sie eine kleine katholische Enklave inmitten eines überwiegend protestantisch gewordenen Umfelds dar. Der 30-jährige Krieg mit zeitweiliger Besetzung durch schwedische Truppen hinterlässt erneut schwere Schäden. 1648 müssen die Gebäude neu errichtet werden. Ab diesem Zeitpunkt fungiert die Kirche St. Johannes auch als Pfarrkirche für Lage-Rieste. 1810 wird die Kommende im Zuge der Säkularisation schließlich aufgehoben.

Wie die Franziskaner in das Kloster Lage kamen

Die Kommende Lage gelangt in den Besitz der Klosterkammer Hannover, einer Sonderbehörde des Landes Niedersachsen zur Verwaltung ehemaligen Kirchenguts. Diese verkauft die Anlage im Jahr 1964 an einen Privatmann, der auf Lage ein Hotel mit Restaurant errichtet. 1999 erwirbt das Bistum Osnabrück die Liegenschaft und siedelt dort nach einer umfassenden Renovierung eine Gemeinschaft von kontemplativen Dominikanerinnen an.

Nach zwei Jahrzehnten löst sich diese Gemeinschaft im Sommer 2020 auf – und das Bistum Osnabrück lädt die Franziskaner-Minoriten ein, in der Kommende Lage-Rieste einen neuen Konvent zu gründen. Das Außerordentliche Provinzkapitel hat die Einladung am 20.09.2020 einstimmig angenommen und den Konvent Lage-Rieste zum 02.02.2021 gegründet.